Die Stoffwechselkur – Der reine Wahnsinn

„Sie wollen in 21 Tagen bis zu 10 Kilos oder mehr verlieren?“ „In 21 Tagen zur Traumfigur!“ „Viel abnehmen in kürzester Zeit und das ganz ohne Sport!“

Genau diese Sätze haben mein verzweifeltes ICH vor nicht mal ganz drei Jahren total in ihren Bann gezogen. Extrem viel abnehmen in einer so kurzen Zeit!? Das klang genau nach dem was ich gesucht hatte. Runter mit dem angehäuften Winterspeck und her mit dem langersehnten Strandbody und nachdem auch auf vielen Social-Media-Plattformen von bekannten deutschen Fitness-Bloggern von der sogenannten Stoffwechseldiät/kur oder auch von der Size-Zero-Diät (und wie sie alle heißen) geschwärmt wurde, dachte ich daran wäre schon nichts Unbedenkliches dabei. Aber im Nachhinein wird einem dann doch bewusst, dass in so einer kurzen Zeitspanne das Abnehmen von 10 Kilos überhaupt nicht gesund sein kann.

Nichts desto trotz, zog ich diese Diät durch und verlängerte sie sogar von 21 auf 30 Tage und verlor in dieser Zeit knapp 7 Kilo. Anfangs hatte ich kaum Probleme dabei dem nachzugehen was laut der Diät alles vorgeschrieben wurde.

Kurze Zusammenfassung:

  • nur etwas 700-900 kcal am Tag waren erlaubt, die sich aus magerem Fleisch, Salat und Gemüse zusammensetzen
  • es waren nur bestimmte Obstsorten erlaubt, die kaum Fruchtzucker enthielten
  • auf Fette und Öle musste beim Kochen verzichtet werden
  • Milchprodukte waren auch nicht erlaubt, genauso wie süße Getränke
  • Kohlenhydrate mussten komplett gemieden werden (kein Reis, Kartoffeln, Mehl)
  • Alkohol war verboten und Gewürze auch nur im eingeschränkten Maße
  • zahlreiche Vitamine in Form von Tabletten sowie Globulins mussten morgens uns abends vor der Mahlzeit eingenommen werden

Ich schaffte es sogar einige Monate nach der Diät eine bewusstere Ernährung beizubehalten, jedoch verfiel ich nach etwa einem Dreivierteljahr wieder in alte Muster. Wie man sich schon denken kann, war ich während der 30 Tage nicht sonderlich fit oder gut gelaunt. Ich hatte das ganze Fleisch satt und war genervt von den eintönigen Gerichten. Auswärts essen war unmöglich und am unangenehmsten waren die ganzen Leute, die alles hinterfragten. Im Nachhinein zurecht. Je heißer die Temperaturen draußen waren, umso mehr strengte mich jede kleinste Bewegung an. Ein paar Treppen steigen erwiesen sich bereits als eine Herausforderung.

Ich nahm vielleicht zu dem Zeitpunkt 7 Kilo ab, aber nicht auf gesundem Wege und auch nicht dauerhaft. Die Stoffwechselkur ist ein Teufelskreis und garantiert einen JOJO-Effekt, so wie es wohl die meisten Diäten tun. Und trotzdem stürzten wir uns immer wieder wissentlich ab dem 1. Januar oder vielleicht auch erst im März, wenn uns klar wird der Sommer steht vor der Tür, in die nächste waghalsige ungesunde Diät. Anstatt auf weniger zu verzichten und dass dafür dauerhaft und dann für den Verlust von 5-10 Kilos doch ein oder auch zwei Jahre zu brauchen, muss bei uns immer alles schnell gehen.

Im Nachhinein würde ich jedem von der Stoffwechselkur abraten. Zum Einen zahlt man sich dumm und dämlich, wenn man die Präparate der Firma „Stoffwechseldiät“ kauft (ca. 200-300€), aber auch bei den Alternativen muss man mit etwa 60 Euro oder mehr rechnen. Und zum Anderen schadet ihr euren Körper.

 

Leckere gesunde Alternativen, die auch schmecken:

(Bei Interesse an einem Rezept hinterlasst mir einfach ein Kommentar)

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11 Gedanken zu “Die Stoffwechselkur – Der reine Wahnsinn

  1. Pingback: Die Stoffwechselkur – Der reine Wahnsinn – Das Feen-Haus-Projekt

  2. Toller Beitrag und kann dir da nur zustimmen. Ich selbst biete zwar auch so ein „Programm“ an, allerdings basiert dies auf einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und lange nicht auf solchen Hungerkalorien. Wenn man abnehmen will, dann lieber langfristig an der Ernähurng schrauben und langsam abnehmen.

    Übrignes ein sehr schöner Blog 🙂

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  3. LinnisLeben

    Eigentlich ist es schlimm, wenn man bedenkt, dass so ziemlich jeder mal eine Diät gemacht hat und dass Firmen sich sowas sogar zu Nutze machen!
    Trotzdem ein schöner Beitrag und finde es toll, dass du erzählst, wie es sogar deinen Alltag beeinflusst hat.

    Liebe Grüße,
    Linni

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  4. wibstet

    Ja – ungesund sind diese Crashdiäten! Was ich erst letzten Herbst erfahren habe: Wenn der Körper die GallenFlüssigkeit nicht abruft verdickt diese. Und das kann zu Steinen führen. Ist der erste da bilden sich meist weitere. Und das führt meistens zu gesundheitlichen Problemen.
    Ihr braucht also gar nicht zu fragen ob ich eine derartige Diät schon einmal gemacht habe.

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  5. EIn wirklich wichtiges Thema. Gerade gut beeinflussbare, junge Menschen neigen ja zu solchen „schnellen“ Diäten, weil ein Ergebnis relativ gut und zügig sichtbar wird. Ich erlebe es daher sehr häufig wie jemand in meinem Umfeld immer wieder ab- und zunimmt, was auf dauer auch eher schädlich ist.

    P.S. Das mit den gefrorenen Beeren sieht super lecker aus!

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  6. Eine Freundin hat diese Size Zero Sache auch mitgemacht um 8kg verloren. Aber sobald einem nicht mehr jeden Tag gesagt wird, was man essen soll, ists gar nicht mehr so einfach. Vor allem dieser Cheat Day am letzten Tag ist so schlimm, dass man generell wieder ins alte Muster fällt. Auch wenn jeder weiß, wie ungesund diese schnelle Abnahme ist, erwischt man sich doch immer wieder dabei solche Radikaldiäten zu versuchen bzw. solche Anleitungen zu lesen, in der Hoffnung, es würde wirklich einmal funktionieren.

    Das Rezept würde mich auf jeden Fall interessieren! 🙂

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  7. Danke! Ich hab auch schon oft über solche Diäten nachgedacht und ich finde es prima, dass endlich mal jemand ehrlich sagt, dass ihm das nicht wirklich gut getan hat.
    Also, abgehakt. Dann behalte ich meine Rettungsringe doch noch etwas 😉

    Liebe Grüße,

    Tabea
    http://tabsstyle.com

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    1. Hallo tabsstyle,
      auch mir sind solche Diäten bekannt und ich kann als angehender Fitnesscoach sagen, dass ihr bei solchen Diäten im höchsten Fall Wasser und Muskelmasse verliert, aber keinesfalls Fett. Wenn ihr wissen wollt wie es wirklich geht dann besucht doch mal unseren Blog 😉
      Gymduo.wordpress.com

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